Masterstudiengang "Bauerhaltung - Bauen im Bestand + Bauwerkserhaltung"

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Dorfkirche Kleinmachnow - Entwicklung- und Machbarkeitstudie eines Raumklimakonzepts

Verfasser:Dipl.-Ing. Magaly Heinicke1. Gutachter:Prof., Dipl.-Phys. Rüdiger Lorenz, FH Potsdam, FB Bauingenieurwesen2. Gutachter:Prof. Dr. Martina Abri, FH Potsdam, Fachbereich Architektur und StädtebauWeitere Beteilige:Förderverein Kirchenbauten Kleinmachnow e.V., Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Jürgen Flechtner

Kolloquium:07.07.2011

Anlass

Bei der historischen und denkmalgeschützten Dorfkirche in Kleinmachnow ergeben sich aufgrund der thermisch trägen Backsteinbauweise und der aus monetären Gründen nur eine temporären und lokalen Beheizung sowohl feuchtetechnische Probleme im Innenbereich, als auch Behaglichkeitsprobleme während der Winter- und Frühjahrszeit.

Die festgestellten Kondensatprobleme an Einrichtung und Orgel wurden in ver Vergangenheit allein auf die kurzzeitige Nutzung sowie die lokale Beheizung der Bestuhlung zunrückgeführt. Daher wurde in der Winter- und Frühjahrszeit die Nutzung der Kirche ausgesetzt und war die Behaglichkeit teilweise stark eingeschränkt.

Aufgabestellung:

Ziel der Masterarbeit war auf der Basis einer Bestandsanalyse sowie einer Literaturrecherche zu vergleichbaren Problemstellungen die Möglichkeiten für denkmalgerechte Umbau-/ Sanierungsmöglichkeiten zu entwickeln und diese sowohl hinsichtlich der erreichbaren Eigenschaften als auch der notwendigen Investitionen bzw. Betriebsaufwendungen zu bewerten.

Der Umfang der Bearbeitung hat sich an folgenden Teilaspekten orientiert:

Fazit:

Die messtechnische Analyse eines knappen Jahreszyklus zeigte, dass nicht allein die Kombination aus thermischer Trägheit und Nutzungsprofil für die zeitweilig ungünstigen Raumluftfeuchtezustände verantwortlich sein können.

Obwohl nur außenseitig und nicht raumseitig offensichtliche Nässebelastungen festgestellt werden konnten, zeigte sich anhand von Messungen und Modellrechnungen, dass sich durch nässebelasteten Wand- und Sockelbereiche eine relevante zusätzliche Feuchtelast für den Innenraum ergibt. Insofern wird als Sanierungsmaßnahme eine Optimierung der äußeren Entwässerung sowie eine feuchtegeregelte Lüftung empfohlen.

Nach Abstimmung mit der Denkmalpflege verblieben zur Optimierung der Behaglichkeitszustände lediglich Ansätze über eine optimierte Bankheizung oder temperierte Zuluft. Ansätze unter Nutzung regenerativer Energien mussten aufgrund der denkmalpflegerischen Randbedingungen sowie der entstehenden Investitionsaufwendungen (zunächst) verworfen werden.

Abb. 01: Diagramm der Betriebstage
Abb. 01: Übersicht der festgestellten Raumklimabedingungen

Ein zukünftiges und rechtmäßiges Raumklimakonzept für die unter Denkmalschutz stehende Bauwerk soll die Behaglichkeit der Kirchenbesucher gewährleisten, die Innenausstattung erhalten und aber minimalen strukturellen Änderungen erfordern. Als Heizungsart wurden die folgende Bewertet und Empfohlen:

Heizungsart Sitzheizung Bankheizung Sockelleistenheizung
Investitionskosten xxx xx xx
Erstellungskosten xxx xx x
Betriebskosten xxx xx x
Wartungskosten xxx x xxx
Behaglichkeit xxx xxx x
Ausstattung xxx x xx
       

xxx : günstig, sehr gut

xx : mittel, geeignet

x : ungünstig, unbefriedigend


Um die Schäden an der Außenfassade und um die durch den Sockelbereich eintretende Feuchtigkeit zu mindern wird ein Rinnensystem und eine Abdichtungsmaßnahme empfohlen.

Abb. 02: Ansicht der Kirche
Abb. 02: Ansicht der Kirche